» DEINE ERSTEN LEBENSJAHRE


Meine Sonne: Du warst -genauso wie Dein großer Bruder- ein waschechtes WUNSCHKIND. Und kaum hatten wir Dich „eingeladen“, kamst Du - wie Dein Bruder J. auch.

 

Ich „wusste“ es vom 1.Tag an, dass Du „Einzug gehalten hast“ in mir… (geht eigentlich gar nicht, aber bei DIR war und ist eben alles etwas anders): Und so flogst Du ganz selbstverständlich mit nach P. (ein lang erspartes Urlaubsziel).

 

Und ich wusste bald schon, dass Du keine Antonia, sondern DU bist- mein SIMON und mein späterer Ritter.

 

Du hast beizeiten von Deinem Exklusivitätsanspruch in und bei mir Gebrauch gemacht: schon in der 24. Schwangerschaftswoche legtest Du mich “flach“.


Ich musste alles fallen lassen und lag dann 16 Wochen, denn Du wolltest irgendwie schon auf die Welt….unmöglich, DAS zu überleben…..also lag ich brav, durfte mich ausruhen, lesen, von Dir träumen- ja, und Dein Papa und Dein Bruder J. versorgten mich.

 

In dieser Zeit konnte ich mich intensiv auf Dich einstellen sowie alle Freuden einer werdenden Mama genießen….. (und endlich mal "in Ruhe lesen" , wie Du öfter sagtest). Dass mein Bauch schon Weihnachten 1995 aussah, als bekäme ich Drillinge, brachte in den letzten Wochen ziemliche Probleme mit sich, deshalb freuten wir uns alle, dass es am 18.März 1996 endlich soweit war.

 

Meine Freundin brachte Dich eigenhändig auf die Welt- Dein Papa und eine klasse Ärztin halfen dabei. Schon damals versetztest Du alle in Staunen und Aufregung: 


SO ein großes Baby hatten sie lange nicht gesehen: 4620 Gramm und 56 cm. Aber Du warst ein gesundes und so schönes Kind; und wir alle soo stolz!

 

Obwohl Du alles hattest, was baby braucht –einschließlich 11 Monate Muttermilch- wurdest Du schon mit einem ¾ Jahr immer häufiger krank: Mittelohr- und Lungenentzündungen, Bronchitis…..so oft brauchtest Du Medikamente…..

 

Und so warst Du, als ich nach 1,5 Jahren wieder teilweise arbeiten wollte, nicht „krippenfähig“, wir besorgten Dir eine private Tagesmutti für 3 Tage pro Woche, die restliche Zeit vertriebst Du Papa und mir jeden Gedanken an Langeweile….

 

Als Du dann stundenweise in den Kindergarten durftest, WOLLTEST Du das allerdings nicht; Dir gefiel es zu Hause immer besser…..klar- bei so einer Exklusivbetreuung….


Und so stellten Dein Papa und ich uns immer mehr darauf ein, dass DU uns brauchst- mehr als ein anderes Kind…..vor allem viel Zeit, Aufmerksamkeit und Beschäftigung…..

 

Letzteres lernten wir frei nach dem Motto: Der Mensch wächst mit seinen Aufgaben!

 

Unsere Hauptbeschäftigung wurde SPIELEN……mit einem ganz kreativen und fantasiebegabten Kind. Das veränderte uns alle…..und machte soviel Freude!

 

Heute denken wir, dass Du damals schon unbewusst gespürt haben musst, dass Dir nicht viel Zeit bleibt- zum leben, zu lernen, Dich auszuprobieren…..alles zu genießen, was schön ist ….in Deinem so kurzen Leben.

 


Leider warst Du auch bis zur geplanten Einschulung im August 2002 noch sehr oft krank, so dass wir immer wieder andere Fachärzte abklapperten; Du und ich durften sogar im Herbst 2001 zu einer Mutter-Kind-Kur nach G. fahren. DANACH stabilisierte sich Dein Gesundheitszustand endlich!

 

Die Ärzte atmeten mit uns auf: „Ja, manchmal dauert es bis zum Schulbeginn… jetzt habt Ihr’s geschafft!“ Und so packten wir im Juli 2002 zuversichtlich alles in die Zuckertüte, was Dein Herz sich wünschte; einen wunderbaren Marienkäfer als Kuscheltier oben drauf.

 

JETZT konnte und sollte es endlich losgehen mit der Schule, Du warst so gespannt!